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Apple 2017: Mit welchen Neuheiten wir rechnen können

HeySiri@2x
Für Apple-Nutzer war 2016 ein durchwachsenes Jahr. Die vorgestellten Neuheiten waren überschaubar. Echte Innovationen gab es kaum. In welche Richtung wird sich Apple 2017 entwickeln? Mit welchen neuen Produkten können wir rechnen? Eine Ausblick.




Apple Campus 2

Abgesehen von den AirPods hat Apple in den vergangenen zwei Jahren nur zwei wirklich neue Produkte vorgestellt: Apple Watch und Apple Music. Ansonsten hat man sich in Cupertino darauf verlegt, nur die erfolgreichsten Produkte weiter zu verbessern.

Viele sehen im gedrosselten Innovationstempo einen Beleg dafür, dass Apple derzeit vorwiegend mit sich selbst beschäftigt ist. Seit der Premiere des iPhones ist das Unternehmen stark gewachsen. Für die vielen neuen Mitarbeiter mussten unzählige neue Standorte angemietet werden. Die Organisationsstrukturen wurden komplexer. Alles platzte aus den Nähten. Es wurde höchste Zeit für eine moderne Firmenzentrale, gross genug für 13.000 Mitarbeiter.

Im Frühjahr 2017 ist Apples „Campus 2“ endlich bezugsfertig. Es wird aber vermutlich noch eine ganze Weile dauern, bis die internen Abläufe in Captain Cooks neuem Mutterschiff so rund laufen, wie geplant. Erst dann dürfte es wieder Zeit für echte Innovationen aus dem Hause Apple sein.


iPhone8Mockup

iPhone 8 / iPhone Pro

Zum 10-jährigen Jubiläum des iPhone erwarten Branchenkenner grössere Neuheiten, als es sie in den vergangenen Jahren bei Apples erfolgreichstem Produkt gegeben hat. So könnte es Ende 2017 mit dem „iPhone 8“ nach Jahren erstmals wieder ein komplett neu gestaltetes Gehäuse mit randlosen, seitlich gewölbten Display geben. Die neuen Modelle sollen sich in ihrer Grösse kaum von den Vorgängern unterscheiden, allerdings könnten die Bildschirm-Diagonalen durch das randlose Design bei der Standard-Variante von 4,7 auf 5,0 Zoll und beim Plus-Modell von 5,5 auf 5,8 Zoll wachsen.

Neben schnelleren Prozessoren und Grafikchips und nochmals verbesserten Displays, Kameras und Lautsprechern könnte es erstmals kabellose Lademöglichkeiten für die Akkus geben. Im Gespräch ist ferner ein rundum verglastes Gehäuse, basierend auf einem Stahlrahmen – ähnlich den iPhone 4 und iPhone 5 Baureihen, nur wesentlich flacher und mit gewölbten Kanten. Ausserdem könnte der Home-Button endgültig verschwinden und durch eine berührungsempfindliche Fläche auf dem Display ersetzt werden.

Es mag nicht jedem gefallen, doch es ist durchaus denkbar, dass Apple das „iPhone 8“ als zusätzliches High-End-Modell (nach dem Vorbild der iPads eventuell auch unter dem Namen „iPhone Pro“) auf den Markt bringt – zu nochmals etwas höheren Preisen als beim iPhone 7. Daneben wäre im Portfolio noch Platz für eine neue „iPhone 7s“ Standard-Baureihe – zu wiederum etwas günstigeren Tarifen als zuletzt.

Angeblich soll es keinen Nachfolger für das iPhone SE geben. Zwar war Apple anscheinend überrascht über den Erfolg des nachgereichten 4-Zoll-Einsteigermodells, doch dessen Verkaufszahlen sollen in den vergangenen Monaten eingebrochen sein, sodass eine Fortsetzung dieser Baureihe derzeit nicht zur Debatte zu stehen scheint. Stattdessen könnte Apple im Herbst die noch immer erhältlichen iPhone 6s zu nochmals günstigeren Preisen in die dritte Amtszeit schicken.


iPadPro@2x

iPad / iPad Pro

Gerüchten aus der Zulieferindustrie zufolge plant Apple für 2017 drei neue iPad-Modelle. Sollte sich das bewahrheiten, wird es neben einer zweiten Genration des iPad Pro mit 12,9-Zoll-Bildschirm auch ein neues 10,5 Zoll iPad Pro geben, dessen Gehäusemaße der bisherigen 9,7-Zoll-Pro-Variante ähneln.

Ausserdem soll ein neues 9,7-Zoll-Standardmodell das nun bereits seit über zwei Jahren erhältliche iPad Air 2 ersetzen. Ob es auch eine Neuauflage des iPad mini geben wird, ist fraglich. Für viele Nutzer könnte ein nochmals leicht vergrössertes iPhone Plus (siehe oben) die attraktivere Wahl sein.

Unklar ist auch, wann genau mit neuen iPads zu rechnen ist. In den vergangenen Jahren hatten die Monate März und September diesbezüglich die stärksten Geburtenraten. Angesichts stagnierender bzw. sinkender Nachfrage könnte sich Apple für baldige Modellwechsel entschieden haben.

Den Umstieg auf gewölbte OLED-Displays wird Apple aller Voraussicht nach zunächst bei seinem Paradepferd - dem iPhone - vollziehen. Bei den iPads wird damit frühestens im nächsten Jahr gerechnet – und vorerst wohl auch nur bei den teureren Pro-Modellen.

iOS-macOS@2x

iOS 11 und macOS 10.13

Wie gewohnt, wird Apple wohl zur jährlichen, hauseigenen Entwicklermesse WWDC im Juni wieder neue Generationen seiner Mobil- und Desktop-Betriebssysteme vorstellen, die dann im September oder Oktober für alle Nutzer zur Verfügung stehen. Erwartet wird, dass das Design und die Bedienung von iOS und MacOS noch einmal ein ganzes Stück ähnlicher werden. Ausserdem dürfte Apple in beiden endlich viele seiner ewigen Baustellen fertigstellen.


MacHeros@2x

Macs

Apple beteuert immer wieder, dass der Macintosh Computer sehr wichtig für das Unternehmen sei und man grosse Pläne für die Plattform habe. Mac-Fans haben da mittlerweile ernsthafte Zweifel. Sie warten schon seit Jahren auf neue Mac-Pro und Mac-mini-Modelle. Auch die iMacs könnten eine Auffrischung gebrauchen. Zwar gab es im vergangenen Jahr Speedbumps beim 12“ Retina MacBook und es wurden nagelneue MacBook-Pro-Modelle vorgestellt, doch es hagelte sogleich viel Kritik an den verfügbaren Ausstattungen und Preisen.

Apple verabschiedete sich zudem vom Geschäft mit externen Monitoren. Für das 27“ Thunderbolt Display wird es keinen Nachfolger mit Apfellogo geben. Den Kunden werden stattdessen 4K- und 5K-Displays von LG empfohlen, die jedoch hinsichtlich Ausstattung, Verarbeitung und Design nicht an das Niveau heranreichen, was Apple-Kunden normalerweise gewohnt sind.

Für Mac-Anwender wird 2017 ein Jahr der Entscheidung. Wird Apple endlich Nachfolger für MacPro und Mac mini präsentieren, oder sind diese Modellreihen vom Aussterben bedroht? Hat das MacBook Air eine Zukunft, oder müssen sich die Anwender hier künftig zwischen dem vergleichsweise lahmen Retina MacBook und den teuren MacBook Pro entscheiden?

Berichten zufolge wartet Apple bereits auf die neuen „Kaby-Lake“-Prozessoren von Intel, um sie in die nächste Generation des iMacs einzubauen. Wann diese auf den Markt kommen, ist bisher unbekannt. Möglicherweise werden diese zur WWDC im Juni vorgestellt. Bereits im Herbst sollen auch schon wieder neue MacBook Pro geben, ebenfalls mit „Kaby-Lake“-CPUs und mit stärkeren Akkus.


2016MBPHandsOn@2x

Magic Keyboard mit Touch Bar und Touch ID

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die nächste Generation der iMacs mit einer neuen externen Tastatur angeboten wird: Dem Magic Keyboard 3 – mit Touchbar und Touch-ID, wie man sie bereits von den besseren Modellen der neuen MacBook Pro kennt. Diese Tastatur wird sicher auch gesondert angeboten. Die Frage ist nur, welche Mac-Modelle damit kompatibel sein werden.


AppleWatchEdition2@2x

Apple Watch

Es ist keineswegs sicher, dass 2017 schon wieder neue Apple-Watch-Modelle vorgestellt werden. Falls doch, wird dies erst im Spätherbst zum Weihnachtsgeschäft geschehen. Apple wird bei der dritten Generation seiner Smartwatch vermutlich auf ein etwas flacheres Gehäuse setzen. Deshalb werden sich die technischen Neuerungen in Grenzen halten. Innovationen sind hier weniger bei der Hardware, sondern eher bei der Software und der Integration in vorhandene Dienste und Produkte zu erwarten.

Bei den Materialien des Uhrengehäuses könnte sich dann erneut etwas tun. Nachdem Apple bereits die teuren Gold-Modelle eingestampft und als neue Premium-Variante ein edles, weisses Keramikgehäuse präsentierte, wird es demnächst wahrscheinlich auch eine schwarz-glänzende Version geben.

In der mittleren Preisklasse könnte künftig Titan statt Edelstahl erhältlich sein – dann aber vermutlich zu etwas höheren Preisen als bisher. Denkbar wäre zudem, dass Apple neben den bewährten Aluminium-Versionen auch noch preisgünstigere Modelle aus Polycarbonat in modischen Farben anbietet.


AppleTV4Hero@2x

Apple TV

Nachdem das Projekt „Apple Fernseher“ endgültig begraben zu sein scheint, wartet die Welt nun gespannt darauf, was Apple stattdessen in Sachen TV-Angebot präsentieren wird. Die Firma verhandelt angeblich schon seit Jahren mit grossen Medienkonzernen über ein für alle Seiten tragfähiges Geschäftsmodell.

Ausserdem hat man bereits damit begonnen, eigene TV-Inhalte zu produzieren, bzw. Fremdfirmen mit der Herstellung von Content beauftragt. Man darf gespannt sein, was Apple diesbezüglich aus dem Hut zaubert. Die neue, bisher nur in den USA verfügbare Apple TV App lässt schon die ungefähre Richtung erahnen, in die es gehen wird: Ein komfortabler Streaming-Service für alle möglichen Programme.


Siri@2x

Apple Home / Siri Speaker

Es wird interessant sein zu sehen, wie Apple HomeKit weiter integriert. Wird das Apple TV einfach in „Apple Home“ umgetauft und fungiert in Zukunft auch als Schaltzentrale für die Heimautomation? Das aktuelle Apple TV ist mit seiner Siri-fähigen Fernbedienung augenscheinlich ein Übergangsprodukt, das demnächst von etwas Neuem abgelöst werden könnte, das auch HomeKit unterstützt.

In der Wirtschaftspresse häufen sich Berichte darüber, dass Apple bereits an einem Konkurrenzprodukt zu Google Home und Amazon Echo arbeitet. Ein „Siri Speaker“ als eigenständiges Produkt ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich. Die meisten Anwendern verfügen mit Apple Watch, iPhone, iPad, Mac und Apple Remote bereits über Siri-fähige Geräte. Eine Freisprecheinrichtung könnte Apple auch direkt in das neue Apple TV / Apple Home einbauen.

Fazit

2017 wird ein interessantes Jahr. Es wird sich herausstellen, ob Apple die bevorzugte Marke vieler Kreative und Profis bleibt, oder endgültig zu einem Luxus-Lifestyle-Label wird.


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Bilder: Apple Inc; Text: Thomas Landgraeber;

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