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Wird Apple OS X in „macOS“ umbenennen?

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Was nach „El Capitan“ kommen könnte

Es gibt erste Hinweise darauf, dass Apple sein Desktop-Betriebssystem OS X demnächst in „macOS“ umtaufen wird. Nach iOS, tvOS und watchOS wäre das ein konsequenter Schritt. Die Frage ist, wie Apple mit der weiteren Nummerierung der Versionen verfährt. Wird der Nachfolger von OS X 10.11 „macOS 12“ heissen? Oder „macOS 10“ – um mit iOS 10 gleichzuziehen?

Seit einiger Zeit machen immer wieder Gerüchte und Spekulationen die Runde, dass Apple vom aktuellen „OS X“ zum altbekannten Markennamen „Mac OS“ zurückkehren wird – allerdings in abweichender Schreibweise: „macOS“.

Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass das stimmen könnte. So tauchte unter anderem schon in OS X 10.11.3 im Verzeichnis /System/Library/PrivateFrameworks/Resources/ eine Interface-Datei namens „FUFlightViewController_macOS.nib“ auf. Allerdings lassen sich solche Dateien von Entwicklern praktisch beliebig benennen.

Möglicherweise streut Apple selbst solche „Hinweise“, um die Gemeinde indirekt auf bevorstehende Änderungen vorzubereiten. Es gibt immer Nerds, die in aktueller Software nach Indizien für Neuheiten suchen und Apple-Blogs verkünden derlei Funde gerne.

Doch macht es für Apple tatsächlich Sinn, den mit viel Werbeaufwand bekannt gemachten Markennamen „OS X“ durch ein schnödes „macOS“ zu ersetzen? Zur Beantwortung dieser Frage lohnt sich ein Blick in die Firmenhistorie.

MacSystem76@2x

Bis Mac OS 9 war alles ganz einfach

Apple hat das Betriebssystem des Macintosh Computers in seiner 33-jährigen Geschichte schon mehrfach umbenannt. Die ersten 13 Jahre hiess das OS schlicht „System“, gefolgt von der jeweiligen Versionsnummer. Diese Namensgebung endete mit System 7.6.

1997 führte Apple mit Version 8 den Markennamen „Mac OS“ ein. Nach Mac OS 9 folgte im Jahr 2001 Apples erstes Unix-OS. Aus Gründen des Marketings nannte Apple das neue Betriebssystem nicht einfach „Mac OS 10“, sondern setzte auf das römische „X“. Die Marke „Mac OS X“ sollte die Zugehörigkeit zur Unix-Welt unterstreichen, sorgt aber bis heute bei den Anwendern für allerlei Verwirrung – nicht nur, was die korrekte Aussprache von „Mäc Oh-Ess Ten" betrifft.

Denn kurioserweise wurde der eigentlichen Versionsnummer eine arabische „10“ vorangestellt. Die erste offizielle Version des neuen Betriebssystems bekam den Namen „Mac OS X 10.1“. Diese Nomenklatur wurde bis Mac OS X 10.6 durchgehalten. Danach strich Apple „Mac“ aus dem Namen und nannte es fortan einfach „OS X“.

Um es den Anwendern nicht zu leicht zu machen, die unterschiedlichen Versionen auseinander zu halten - und um in der Werbung nicht mit langweiligen Zahlen allein kommunizieren zu müssen - erhielten sämtliche Versionen von (Mac) OS X zusätzlich einen von Apple anfangs nur intern verwendeten Codenamen.

MacOSXPB@2x

Apple macht sich einen Spass aus Codenamen

In der Beta und den ersten acht offiziellen Versionen von OS X mussten Grosskatzen als Namenszusatz herhalten:

Mac OS X 10.0 – Cheetah (Public Beta)
Mac OS X 10.1 – Puma
Mac OS X 10.2 – Jaguar
Mac OS X 10.3 – Panther
Mac OS X 10.4 – Tiger
Mac OS X 10.5 – Leopard
Mac OS X 10.6 – Snow Leopard
OS X 10.7 – Lion
OS X 10.8 – Mountain Lion

Danach verlegte man sich auf bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten Kaliforniens:

OS X 10.9 – Mavericks (Surfspot)
OS X 10.10 – Yosemite (Nationalpark)
OS X 10.11 – El Capitan (Felsen)

Gleichzeitig ging Apple bei seinen übrigen Betriebssystemen eher konventionell mit der Namensgebung um. „iPhone OS“ wurde mit Version 4 zu „iOS“ verkürzt. Aus „AppleTV OS“ wurde „tvOS“ und in der Apple Watch werkelt „watchOS“.

Es erscheint durchaus plausibel, dass Apple das gleiche Schema künftig für Mac OS verwendet und aus „OS X“ (gefolgt von Codenamen, die alle ständig durcheinander bringen) einfach „macOS“ machen wird.

Einige Branchenkenner rechnen mit einer entsprechenden Ankündigung zur Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2016, die gewöhnlich im Juni stattfindet.

ElCapitan@2x

Künftig einheitliche Nummern für Mac und iOS?

Die Frage ist, wie Apple bei der weiteren Nummerierung vorgehen wird. Folgt auf das aktuelle OS X 10.11 El Capitan das neue „macOS 12“, oder wird es „macOS 10“ heissen?

„macOS 12“ wäre die logische Fortsetzung der bisherigen Nummerierung und gilt deshalb unter Mac-Fans als Favorit. „macOS 10“ wäre ungewöhnlich, hätte aber den Vorteil, dass man bei derselben Versionsnummer wie bei iOS wäre. Schliesslich wird zur WWDC auch mit einem ersten Ausblick auf iOS 10 gerechnet.

Allerdings könnte der Name „macOS 10“ für noch mehr Missverständnisse und Verwechselungen sorgen. Andererseits versteckt Apple seit OS X 10.10 die Versionsnummern im Marketing fast überall zugunsten des Codenamen, sodass es Normalanwendern kaum auffallen dürfte, wenn sie statt „OS X 10.12“ das neue „macOS 10“ serviert bekämen.

Zu all diesen Spekulationen gibt es von Apple bisher keinerlei Informationen. Die Keynote der diesjährigen WWDC könnte auch aus anderen Gründen spannend werden. Apple hat angeblich einige wirklich interessante Neuheiten in der Pipeline. Mehr dazu demnächst in einem gesonderten Artikel.


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Bilder: Apple Inc.; Text:
Thomas Landgraeber;

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