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Wird Apple OS X Mavericks kostenlos anbieten?

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Anwender aktualisieren Betriebssysteme eher, wenn sie gratis sind

In der Mac-Szene wird derzeit darüber diskutiert, ob Apple die nächste Version des Mac-Betriebssystems OS X Mavericks kostenlos an die Kunden verteilen wird. Manche Argumente sprechen für diese These, andere dagegen. iOS-Upgrades sind seit geraumer Zeit gratis - folgt Apple diesem Beispiel nun auch bei OS X, oder werden die User erneut mit einem Preis zwischen 16 und 18 Euro zur Kasse gebeten? Ein Blick auf die Fakten:

Die Befürworter der Gratis-These weisen darauf hin, dass bei der Präsentation von Mavericks kein Verkaufspreis genannt wurde. Das war allerdings bei der Premiere von Mountain Lion auch der Fall. Erst kurz bevor das Upgrade im Mac App Store zu haben war, wurde der Preis bekannt gegeben. Dennoch rechnen viele damit, dass Mavericks gratis für alle sein wird.

Kostenlose Upgrades sorgen im allgemeinen dafür, dass die Anwender ihre Geräte zeitnah aktualisieren. Tim Cook wies bei der diesjährigen WWDC Keynote darauf hin, dass bereits 93% aller iOS-User die Version 6 verwenden, obwohl das Betriebssystem erst seit vergangenem Herbst zur Verfügung steht. Derart hohe Adaptionsraten lassen sich mit kostenpflichtigen Upgrades nicht erzielen.

Doch beim Mac liegt die Sache etwas anders. Macs werden von den Anwendern wesentlich länger genutzt, als iDevices. Während letztere häufig schon nach 1-2 Jahren durch neue Modelle ersetzt werden, laufen Macs meist 3-4, oft auch mehr als 5 Jahre bei ihren Besitzern.

Hinzu kommt, dass viele Mac-User eher vorsichtig mit neuen OS X Versionen sind. Braucht man die neuen Features überhaupt? Wie stabil läuft das neue System? Kommt mein Mac damit klar? Fragen wie diese sorgen dafür, dass ein grosser Teil der Anwender zunächst einige Bugfixes abwartet und erst später auf das neue System umsteigt - wenn überhaupt.

Denn nicht nur eingefleischte Mac-Fans stehen neuen Systemen teils kritisch gegenüber. Viele bleiben am liebsten bei einer älteren, bewährten Version. Aus diesem Grund verwenden einige User noch immer OS X 10.6 Snow Leopard. Für eine ganze Reihe älterer Mac-Modelle ist dies zudem die frischeste, noch installierbare Systemversion - weshalb sie noch immer erhältlich ist.

Man könnte also auch mit einem kostenlosen OS X Mavericks längst nicht alle Kunden zu einem baldigen Wechsel auf das neue System bewegen - obwohl das für Apple und Drittanbieter enorme Vorteile hätte. Sie könnten ihre Software-Produkte zügig an die neuen Features und Oberflächen anpassen und müssten sich nicht mehr mit der Unterstützung älterer Versionen beschäftigen.

Möglicherweise wendet Apple den - ohnehin nicht mehr hohen - Verkaufspreis für OS X auch zu einem guten Teil für Patentrechte und Lizenzgebühren von Drittanbietern auf, die sowohl für den Mac, als auch für die iOS-Geräte fällig werden. Ob die Firma tatsächlich ihre Plattformen auf diese Weise quer-subventioniert, ist jedoch unklar.

Ob Mavericks nun gratis oder kostenpflichtig sein wird - in der Branche rechnet man so oder so mit hoher Nachfrage. Denn anders als bei iOS 7 ändert sich bei OS X Mavericks nicht viel am Design und die neuen Features werden von vielen freudig erwartet. Ausserdem wurde an der zugrunde liegenden Architektur weniger gewerkelt als bei iOS, sodass die meisten Drittanbieter-Apps ohne grosse Anpassungen weiter funktionieren sollten.

Mavericks wird "im Herbst" auf den Markt kommen. Ich teste das neue System bereits seit der WWDC. Demnächst könnt Ihr Euch hier über meine bisherigen Eindrücke informieren.


Illustration: Apple Inc; Text: Thomas Landgraeber

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