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Performance-Bremse abschaltbar: So funktioniert das neue Akku-Management in iOS 11.3

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Das heute erschienenen iOS 11.3 bringt neben neuen Funktionen und Verbesserungen endlich auch die Möglichkeit, das Verhalten von iOS-Geräten bei altersschwachen Akkus zu steuern. Bisher drosselte das Betriebssystem bei Bedarf heimlich die Leistung des iPhones. Diese Funktion hat Apple in iOS 11.3 nun transparent gemacht. Erfreulicherweise ist sie auch abschaltbar.

Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt – so könnte man Apples Versuch bezeichnen, dem Anwender auch dann noch eine „grossartige Erfahrung“ beim Gebrauch seines iPhones zu bieten, wenn der Akku aufgrund von Alterung und Verschleiss schon recht schwach ist und eigentlich ausgetauscht werden müsste.

Dazu greift Apple seit iOS 10.2.1 tief in die Trickkiste. Das Betriebssystem überwacht kontinuierlich den Gesundheitszustand des fest verbauten Stromsteins und reduziert notfalls die Leistung des jeweiligen Gerätes, um ein plötzliches Abschalten aufgrund akuten Energiemangels zu verhindern.


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Das Feature, das in schönstem Apple-Deutsch „Leistungsverwaltungsfunktion“ heisst, ist durchaus sinnvoll, denn es bewahrt den Anwender vor einer unnötig verkürzten Nutzungsdauer, wenn der jeweilige Akku nicht mehr der Frischeste ist. Im Grunde benötigen nur sehr wenige Anwendungen die volle Rechen- und Grafikleistung moderner Mobilgeräte. Deshalb ist es eigentlich begrüssenswert, wenn sich ein intelligentes Power-Management um eine effiziente Verteilung der aktuell verfügbaren Resourcen kümmert.

Ausserdem schont die Funktion den angeschlagene Akku, indem sie Total-Entladungen möglichst verhindert. Lithium-Polymer-Akkus vertragen es nämlich überhaupt nicht, wenn sie andauernd total leer genuckelt werden. Batterien dieser Bauart ähneln im Innern kleinen Chemielaboren, deren Ingredienzen sie sich um so schneller verbrauchen, je häufiger sich die Zellen komplett verausgaben.

Leider liess Apple seine Kunden völlig im Dunkeln darüber, dass diese Sparmassnahmen bei Bedarf einfach ungefragt im Hintergrund stattfinden. Hier hätte sich der iPhone-Hersteller viel Kritik und einige Klagen ersparen können, wenn er die Funktion offen kommuniziert und für die Anwender transparent und nachvollziehbar gemacht hätte.


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Genau das holt Apple jetzt mit dem iOS 11.3 Update nach. Auf dem iPhone 6 oder neuer kann man nun in den Einstellungen in der Rubrik „Batterie“ detaillierte Informationen zum Fitness-Status des Akkus abrufen und bestimmte Einstellungen vornehmen.

Hier lässt sich nicht nur der normale Stromsparmodus an- und abschalten, man sieht auch auf einen Blick, welche Apps den meisten Strom verbrauchen. Unter „Batteriezustand“ erfährt man ausserdem, wie viel Prozent der ursprünglichen Ladekapazität aktuell noch erreicht werden kann.


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Als „gesund“ gelten Akkus, die noch mindestens 95% des Neuzustandes erreichen. Bei Werten darunter kann es je nach Leistungsbedarf, Nutzungsintensität und Umgebungstemperatur schon zu überraschend zügigen Entladungen und entsprechend kurzen Restlaufzeiten kommen.

Interessant ist der Menüpunkt „Hochleistungsfähigkeit“. Hier verbirgt sich die berüchtigte Leistungsverwaltungsfunktion. Solange der Akku fit ist und die normalen Anforderungen erfüllt, gibt es hier allerdings rein gar nichts zu sehen. Die Performance-Bremse ist standardmässig deaktiviert. Erst wenn es bereits zu Notabschaltungen wegen Saftmangels gekommen ist, wird sie aktiv.

Die Leistungsfähigkeit des iPhones wird dann automatisch an die Befindlichkeiten der Batterie angepasst. In der Praxis heisst das: Stromsparen – aber nur, wo es Sinn macht und möglichst wenig auffällt.


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Erfreulicherweise lässt sich diese Funktion abschalten – allerdings erst, nachdem sie automatisch gestartet wurde. Manuell wieder einschalten kann man sie nicht. Kommt es erneut zu einem unerwarteten Herunterfahren des Gerätes, ist sie wieder automatisch aktiv (und kann wieder abgeschaltet werden).


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Wenn der Akku bereits erheblichen Verschleiss aufweist und die maximale Kapazität auf unter 80% des Neuzustandes absinkt, erscheint zudem ein Hinweis, dass die Batterie ausgetauscht werden sollte. Ein Link führt zu weiteren Informationen. Als eine Art Wiedergutmachung bietet Apple den Austausch von iPhone-Akkus derzeit zum Sonderpreis von nur 29 Euro an. Normalerweise kostet der Akkuwechsel mindestens 89 Euro.

Ausserdem hat Apple zum Thema Batteriezustand und Stromspar-Funktionen ein ausführliches Support-Dokument veröffentlicht, das nicht nur die technischen Hintergründe und Funktionsweisen des neuen Power-Managements erläutert, sondern auch praktische Tipps zum richtigen Umgang mit wiederaufladbaren Batterien enthält. Diese Informationen sind auch direkt im Menü „Batteriezustand“ unter „Weitere Infos…“ abrufbar.


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Bilder: Apple Inc; Text: Thomas Landgraeber;

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