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Facebook Home - der Flop des Jahres?

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Mark Zuckerbergs Gated Community findet nur wenige Freunde

Fachwelt und Publikum staunten nicht schlecht, als der Facebook-Gründer Anfang April Facebook Home vorstellte. Die kostenlose Android-Software tauscht auf kompatiblen Mobilgeräten den standardmässigen Sperrbildschirm durch einen Layer mit Beiträgen und Nachrichten des eigenen Freundeskreises aus. Doch diese Art des Brandings scheint bei den Anwendern auf wenig Gegenliebe zu stossen. Dabei hatte man sich in Menlo Park grosse Hoffnungen gemacht, etwas ähnliches bald auch für iOS anzubieten.

Facebook Home wurde innerhalb von vier Wochen über eine eine Million Mal heruntergeladen - was kein schlechtes Ergebnis ist, wenn man bedenkt, dass die App derzeit nur auf vier Android-Modellen lauffähig ist. Doch die Bewertungen fallen teils ernüchternd aus: Gut die Hälfte der Anwender vergibt lediglich 1 von 5 Sternen (s. Screenshot oben). Nicht mal ein Fünftel der User ist mit der App wirklich zufrieden.

Ein Bild, das sich auch in den Kommentaren bei Google Play widerspiegelt. In den Gratis-Download-Charts findet sich der Facebook Home Launcher im Moment auf Platz 338, was angesichts des Medienhypes und Werberummels als fulminanter Flop gelten dürfte. Eilig kündigte Facebook an, nun im 4-Wochen-Takt Aktualisierungen und neue Features zu liefern, doch es ist fraglich, ob das noch den erhofften Erfolg bringen wird.

AT&T hat diese Woche den Verkaufspreis des bisher einzigen, serienmässig mit Facebook Home ausgelieferten Smartphones HTC First in einem Rutsch von 99,99 US-Dollar auf 99 US-Cent gesenkt - angeblich wegen zu geringer Nachfrage. Das bestätiigt die Einschätzung mancher Beobachter, dass umfassend "gebrandete" Hardware nur mit hohen Subventionen loszuschlagen ist.

Eines scheint jedenfalls klar zu sein: Facebooks forscher Plan, das Android-Betriebssystem mit einem eigenen Startbildschirm zu kapern, ist bisher nicht aufgegangen. Die Anwender haben offensichtlich wenig Interesse an einem "Facebook-Phone".


Screenshots, Montage & Text: Thomas Landgraeber

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