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Apples „It’s Showtime“ Event – das sind die Neuheiten

ItsShowtime@2x

Auf einer Presseveranstaltung (Videostream) im firmeneigenen Steve Jobs Theater hat Apple heute neben dem schon lange erwarteten, eigenen Video-Streaming-Dienst weitere Neuheiten vorgestellt. Hier ein Überblick.

Mit dem heutigen Event bekräftigt Apple erneut seine Absicht, in Zukunft nicht allein auf den Verkauf von Hard- und Software zu setzen, sondern in zunehmenden Umfang auch auf Dienstleistungen. Dabei wird sich der Konzern nicht wie bisher nur auf den Vertrieb von Inhalten beschränken, sondern auch in grossem Stil als Produzent agieren.


Apple_News@2x

Apple News+

Den Anfang macht Apple News+, ein „flat-rate"-Abodienst für Print- und Online-Magazine, der Kunden in Kanada und den USA ab sofort zur Verfügung steht. Im Herbst soll das Angebot zunächst in Australien und Grossbritannien starten und danach in den ersten EU-Ländern verfügbar sein. Zum monatlichen Abopreis von 9,99 US-Dollar hat man Zugriff auf über 300 hochwertige Magazine (in den USA, Angebot für Europa derzeit noch nicht bekannt).

Apple hat dafür nach eigenen Angaben seine News-App komplett neu gestaltet. Sie bietet nun umfangreiche Unterstützung für Bewegtbilder - wie etwa animierte Titelseiten - und grafische Spielereien. Die Inhalte werden automatisch an die Bildschirmgrössen der jeweiligen Lesegeräte angepasst.

Das Angebot besteht derzeit vorwiegend aus bekannten Magazin-Titeln etablierter Verlagshäuser, es sind aber auch einige Indies dabei. Tim Cook betonte, dass man diesen Bereich in Zukunft stark ausbauen möchte. Unklar ist bisher der Umfang des Angebotes an Tageszeitungen. Explizit erwähnt wurde lediglich das Wall Street Journal, das von Anfang an dabei ist.

Features

  • Mehr als 300 hochwertige Magazine im Abo (USA, Kanada)
  • Dynamisches Layout passt sich automatisch dem jeweiligen Gerät an
  • Unterstützung von Live-Covers und Grafik-Animationen
  • Kein User-Tracking
  • $9.99 / Monat
  • inkl. Family Sharing
  • 1. Monat gratis
  • Zunächst nur in den USA und Kanada erhältlich
  • Danach in Australien und Grossbritannien
  • Weitere Europäische Länder sollen ab Ende 2019 folgen

AppleTVPlus@2x

Apple TV+

Apple startet im Herbst 2019 einen eigenes Video-Angebot mit dem Namen Apple TV+. Es soll sich vor allem durch hohe Qualität auszeichnen. Um das zu unterstreichen, liess Apple einiges an Prominenz aus Hollywood einfliegen (u.a. Steven Spielberg, Oprah Winfrey, Jennifer Aniston und Reese Witherspoon), die allesamt versprachen, aufregende und erstklassige Dokumentationen, Spielfilme und Serien zu liefern. Preise und Verfügbarkeit will Apple erst im Herbst 2019 bekannt geben.

Features

  • Eigene Produktionen, exklusiv für Apple TV+
  • Fokus auf qualitativ hochwertige Inhalte
  • Viel Prominenz aus Hollywood dabei
  • Erhältlich ab Herbst in über 100 Ländern

AppleTVApp@2x

Apple TV App mit Channels

Bereits im Mai will Apple eine neue TV-App herausbringen, die das Angebot von über 150 Streaming-Diensten unter einer Oberfläche vereint. In den USA sind das unter anderem Amazon Prime, CBS All Excess, DirectTV, HBO, Showtime, und Starz. Mit der neuen App soll das Auffinden von Lieblingsfilmen, -serien und -shows zum Kinderspiel werden.

Die einzelnen Streaming-Dienste können als Apple TV Channels abgerufen werden. Der Anwender zahlt dabei nur für Inhalte, die er nicht ohnehin bereits gebucht hat. Alles ist im Prinzip werbefrei – sofern es vom jeweiligen Anbieter so bereitgestellt wird.

Die neue App kommt im Mai zunächst für iOS-Geräte und das Apple TV 4k heraus. Im Herbst erscheint eine Mac-Version. Im Laufe des Jahres wird Apples TV-App darüber hinaus auf zahlreichen Smart-TVs bekannter Hersteller verfügbar sein.

Features

  • Neue TV App vereint über 150 Streaming-Dienste
  • Angebot je nach Land unterschiedlich
  • Anwender zahlen nur für Inhalte, die sie nicht schon abonniert haben
  • Alles werbefrei auf Abruf
  • Einfacher Zugriff auf individuelle Lieblingsprogramme
  • Verfügbar für iOS-Geräte und AppleTV ab Mai 2019
  • Mac-App im Herbst, auf Smart-TVs Ende des Jahres
  • Verfügbar in 10 Ländern

AppleArcarde@2x

Apple Arcade

Auch im Bereich Computerspiele möchte Apple künftig mitmischen und stellt mit Apple Arcade einen eigenen „All-you-can-play"-Abodienst vor. Für einen monatlichen Festpreis kann man aus anfangs bereits über 100 Games wählen und soviel daddeln, wie man möchte. Die Spiele wurden grösstenteils speziell für die neue Plattform entwickelt.

Das Angebot ist „familienfreundlich" – das heisst weitestgehend frei von Gewalt, Sex und Drogen. Und es gibt weder Werbung, noch In-App-Käufe. Eltern müssen also keine Sorge haben, sich mit einem Arcade-Abo ein weiteres Taschengeldgrab für ihre Kids ins Haus zu holen.

Weitere Details, sowie Preise und Verfügbarkeit wird Apple frühestens zur WWDC im Juni bekannt geben. Der Marktstart ist für Herbst 2019 geplant.

Features

  • 100 neue und exklusive Spiele
  • Weitgehend jugendfrei: keine Gewalt, kein Sex
  • Keine Werbung, keine In-App-Käufe
  • Keine Internetverbindung nötig
  • Ab Herbst in mehr als 150 Ländern verfügbar

Apple-Card@2x

Apple Card & Apple Cash

Gemeinsam mit der Investment-Bank Goldman Sachs und Mastercard steigt Apple ins Kreditkartengeschäft ein. Die Apple Card ist mit der Wallet-App des iPhones verknüpft und bietet alle Vorteile von Apple Pay.

Alle personenbezogenen Daten bleiben auf dem Gerät des Anwenders. Weder der jeweilige Vertragspartner (Geschäft, Restaurant, etc.), noch die involvierten Banken und Finanzdienstleister haben Zugriff auf Anwender-Informationen. Sie erhalten lediglich verschlüsselte Tokens für die Transaktionen, die angeblich keinerlei Details enthalten.

Das ist insofern bemerkenswert, als dass in der Kreditkarten-Branche normalerweise reger Handel mit Nutzer-Informationen betrieben wird. Apple stellt sich hier also erneut schützend vor seine Kunden. Die Apple Card kostet nichts und die Anmeldung kann ganz einfach über die Wallet-App erfolgen.

Sie ist vorwiegend auf die Bedürfnisse U.S.-amerikanischer Kreditkartennutzer abgestimmt. So lassen sich zum Beispiel flexible Rückzahlungsoptionen wählen (was z.B. deutsche Anwender kaum kennen). Apple erhebt auch keinerlei der sonst bei Kreditkartenzahlung üblichen Gebühren, selbst auf einen Jahresbeitrag wird verzichtet – was in dieser Branche ebenfalls eher unüblich ist.

Ferner hat sich Apple ein attraktives Bonussystem einfallen lassen: Der Nutzer erhält 1%, 2% oder 3% Umsatzbeteilung, je nachdem, wo er sein Geld ausgibt – bei Apple oder bei Vertragspartnern. Der Bonus wird in Form von Apple Cash ausbezahlt – das ist eine neue, interne „Währung", die der Kunde bei seinen nächsten Einkäufen gleich wieder als Zahlungsmittel einsetzen kann.

Für Situationen, in denen man nicht mit Apple Pay zahlen kann, stellt Apple eine physische Kreditkarte aus Titan zur Verfügung. Sie enthält nichts ausser dem eingravierten Namen und den Kartenchip. Die Apple Card ist ab Sommer 2019 zunächst in den USA erhältlich. Weitere Länder sollen folgen. Wann und zu welchen Bedingungen sie in der EU verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Features

  • Neuartiger Kreditkarten-Service
  • In Kooperation mit Goldman Sachs und Mastercard
  • An Wallet-App des iPhone gekoppelt
  • Übersichtliche Kartenumsätze ohne kryptische Kürzel
  • Automatische Kategorisierung und Lokalisierung von Umsätzen
  • Daily Cash: 1-3% Umsatzprovision für den Kunden
  • Flexible Rückzahlungsoptionen
  • Keine der sonst bei Kreditkarten üblichen Gebühren
  • Physische Karte aus Titanium mit eingravierten Namen
  • Sommer 2019 zunächst in den USA erhältlich

AppleCard2@2x

Erstes Fazit

Apple weitet seine Serviceangebote drastisch aus und bringt in den nächsten Monaten neue News-, Games- und Videoangebote. Ausserdem steigt der ehemalige Computer-Hersteller gross ins Kreditkartengeschäft ein.

Die Angebote sehen allesamt sehr attraktiv aus. Die nächsten Monate werden zeigen, wie viel Engagement Apple seinen neuen Geschäftsfeldern tatsächlich angedeihen lässt und wie die Kunden darauf reagieren.

Dieser Artikel wird ggf. noch aktualisiert. Stand: 25.3.19 23:45 Uhr



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Bilder: Apple Inc; Text: Thomas Landgraeber;

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