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"Apple kauft Beats" - April, April?

Beats

Sind die Medien auf einen Aprilscherz hereingefallen? [Update]

Die Financial Times will es zuerst erfahren haben – und alle plappern es nach: "Apple bietet Milliarden für Dr. Dres Kopfhörer-Firma". Dabei könnte die "Story" auf einem fünf Wochen alten Aprilscherz von TheLefsetzLetter beruhen. Noch gibt es keine offizielle Stellungnahme zu dem angeblichen Deal.

Das würde gut passen: Seit Steve Jobs' Ableben versucht die vereinte Börsenpresse, Apple in den Abgrund zu schreiben. Die Firma habe ihren grossen Visionär verloren und sei nicht mehr in der Lage, wegweisende Innovationen hervorzubringen – so die gebetsmühlenartig wiederholte Litanei von Analysten, Journalisten und auch manchen "Fans".

Stattdessen suche Apple sein Heil mittlerweile in immer neuen Firmenübernahmen, um so an frische Ideen und innovative Produktideen zu kommen. Tatsächlich hat der Konzern in den vergangenen 12 Monaten über 20 Firmen gekauft und deren Personal teilweise direkt übernommen.

Deshalb wundert es nicht, dass sich die Meldung, Apple plane die von Hip-Hop-Produzent Dr. Dre und Musikmogul Jimmy Iovine gegründete Beats Electronic für 3,2 Milliarden Dollar zu übernehmen, schnell über den gesamten Globus verbreitete. Doch wie sinnvoll wäre die Aquisition für Apple?

Die Beats Hardware fiel bisher nur mit durchschnittlicher Qualität auf. Und der im Januar gestartete "Spotify-Rivale" Beats Music, bei dem Musikfans gegen eine monatliche Gebühr unbegrenzt Songs aus einem 20 Millionen Titel umfassenden Repertoire streamen können, hinkt bereits der Konkurrenz hinterher und gilt in der Branche als Enttäuschung.

Darüberhinaus machte das Unternehmen im vergangenen Jahr gerade einmal 1,2 Milliarden Dollar Umsatz, weshalb Miteigentümer HTC seinen 50-Prozent-Anteil bereits für nur 410 Millionen Dollar an den Finanzinvestor Carlyle verkaufte. Warum also sollte Apple die Übernahme nun 3,2 Milliarden wert sein?

Update
Noch ist unklar, ob es sich bei der Meldung um einen aufgewärmten Aprilscherz, oder eine Tatsache handelt. Aus dem Umfeld von Dr.Dre ist heute ein Video veröffentlicht worden, das als Quasi-Bestätigung des Deals aufgefasst wird. Solange es keine offizielle Stellungnahme gibt, bleibt die Nachricht ein Gerücht.

Möglicherweise versuchen "gewisse Kreise" auch nur, das zum Verkauf stehende Unternehmen mit sensationellen Gerüchten etwas aufzuhübschen. Dass dafür Aprilscherze aufgewärmt werden, wäre allerdings neu.

Dieser Artikel wurde nach Erstveröffentlichung erneut überarbeitet. Zuvor war von einem offensichtlichen Aprilscherz die Rede. Das wurde nun relativiert.


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Titelbild: Beats Electronic; Text: Thomas Landgraeber

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