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"iSteve": Leider gar nicht lustig

iSteve

Weder realitätsnah noch amüsant

Die Satire-Website Funny or Die hat sein selbst produziertes, 78-minütiges Comedy-Biopic iSteve ins Netz gestellt. Der Film ist so schlecht, dass man sich schon nach wenigen Minuten wünscht, die Truppe von Saturday Night Live hätte sich des Themas angenommen.


Steve Jobs wird von Justin Long gespielt, der u.a. aus den Get-a-Mac-Werbespots bekannte ist. Die Rolle von Steve Wozniak übernimmt Jorge Garcia, also Hurley aus der TV-Serie Lost. Als weitere Figuren treten u.a. Melinda und Bill Gates, Ann Leibovitz und John Sculley auf. Leider ähneln die Mimen den Protagonisten so wenig, dass man sie nur aufgrund ihrer Namen zuordnen kann.


Der Film ist - bis auf wenige kleine Gags (wie etwa die Erwähnung des "geplanten Filmprojekts" Argo in einem TV-Einspieler) - überhaupt nicht komisch. Der Humor beschränkt sich auf Plattitüden und Übertreibungen, wie etwa dem Übergewicht von Woz.


Bedauerlicherweise haben die Macher auch viel zu wenig aus dem berühmten Jobs'schen Realitätsstörfeld gemacht - obwohl dieses doch eigentlich mehr als genug Munition für Gagschreiber liefern sollte. Stattdessen wird einmal mehr das Bild des skrupellosen Egomanen bemüht.


Autor und Regisseur Ryan Perez behauptet, die Story basiere auf den Angaben des Wikipedia-Artikel über Steve Jobs. Das wirft die Frage auf, in welchem Zustand er diesen innerhalb von drei Tagen zum endgültigen Drehbuch verbastelt haben mag, denn mit der wahren Geschichte der Figuren hat der Streifen nur wenig zu tun.


Alles wird verwurstet, verdreht und falschrum wieder ausgeschieden. Das ist bei einer Comedy legitim, doch gelingt es den Beteiligten nicht, eine neue, verrückte Realität zu schaffen, von der man sich gerne amüsieren lässt.


Das Video wurde in nur fünf Tagen mit sehr kleinem Budget gedreht, was man ihm deutlich ansieht. Dennoch hätte man mit ein paar witzigen Ideen eine brillante Parodie machen können. So ist es nur seltsam verpeilter Klamauk. Schade.


iSteve erscheint als erster von zunächst drei geplanten Filmen über den Apple-Gründer. Der Start des bereits fertig gestellten Kinofilms Jobs mit Sitcom-Star Ashton Kutcher wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, während eine weitere Bio von Aaron Sorkin (The Social Network) noch in Arbeit ist.


Eine halbwegs realitätsnahe Darstellung ist anscheinend nur vom letztgenannten Projekt zu erwarten, das noch in diesem Jahr in die Kinos kommen soll.



Bilder: Funny or Die; Text: Thomas Landgraeber

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