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Warum gibt es dieses Jahr keine "12-Tage-Geschenke"-Aktion?

12DaysCancelled

Waren die Kunden nicht brav genug?

Seit 2008 hat Apple jedes Jahr nach Weihnachten 12 Tage lang Apps, iBooks, Songs, Filme und TV-Sendungen im iTunes Store verschenkt. Letztens gab es dafür sogar eine eigene App. Für 2014 ist die Aktion offensichtlich abgesagt. Haben sich womöglich zu viele Kunden über die Geschenke beschwert?

Über die genauen Gründe für die Entscheidung kann nur spekuliert werden, denn eine offizielle Stellungnahme gibt es dazu bislang nicht. Anscheinend war die "12-Days-of-Gifts"-Aktion zuletzt nicht mehr sonderlich erfolgreich – sonst hätte sie Apple dieses Jahr nicht unter den Tisch fallen lassen.

Mit Bescherungen hat man dieses Jahr in Cupertino keine guten Erfahrungen gemacht. Als man die Kunden letzten Herbst exklusiv und gratis mit dem neuesten Werk der irischen Rockband U2 beglücken wollte, hagelte es heftige Kritik, weil Apple das Album ungefragt in die Musikbibliothek seiner Nutzer spielte. Schliesslich entschuldigte sich U2-Sänger Bono und Apple stoppte den automatischen Download.

Auch von anderen Kampagnen waren die Beschenkten nicht immer begeistert. Als Apple im November die To-do-App Things 2 zur "App der Woche" kürte und sieben Tage lang deren iPhone und iOS-Versionen gratis anbot, regnete es auf den Review-Seiten der App 1-Sterne-Bewertungen, da viele Kunden offenbar den Sinn und Zweck der Anwendung nicht verstanden.

Und obwohl die Qualität der Gratis-Angebote allgemein als relativ hoch angesehen wurde, gab es auch bei der letztjährigen "12 Tage-Geschenke"-Aktion einiges Gemurre und Gezeter – unter anderem weil dort nur die erste Folge einer TV-Serie kostenlos zu haben war und offenbar auch die übrigen Gechenke nicht jedermanns Geschmack entsprachen.

Das Problem ist nicht wirklich neu, hat in den letzten Jahren aber ungeahnte Dimensionen erreicht: Die Kundschaft steht Freeware zunehmend kritisch gegenüber. Mittlerweile können sich Anbieter schon glücklich schätzen, wenn sich Anwender überhaupt mit Gratis-Angeboten befassen und sie nicht gleich in der Luft zerreissen. Wer es wagt, auch noch Geld für ein Produkt zu verlangen, muss schon ein rundum überzeugendes Angebot vorlegen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Mag sein, dass Apple nun bewusst auf die Bremse tritt und es vorübergehend bei den üblichen "Gratis-bei-iTunes"- und "App-der-Woche"-Angeboten belässt. Vielleicht auch nur um zu testen, wie gross die Empörung über das Ausbleiben gewohnter Sonderaktionen wie der diesjährigen "Black-Friday"-Deals unterm Strich tatsächlich ausfällt.


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Originalbild: Apple Inc; Montage und Text: Thomas Landgraeber

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