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iPhone Prototyp: Das Nachspiel [Update]


Nachdem Gizmodo letzte Woche einen Scoop landete und einen angeblichen Prototypen des nächsten iPhone präsentierte, bekam Gizmodo-Redakteur Jason Chen nun Besuch von der Polizei. Das Rapid Enforcement Allied Computer Team (REACT), eine Spezialeinheit für Computerkriminalität, durchsuchte sein Haus und beschlagnahmte Computer, Festplatten und persönliche Dinge. Gizmodo protestierte entschieden dagegen.

Als Jason Chen mit seiner Frau vom Abendessen nachhause kam, hatte die Polizei sein Haus bereits mehrere Stunden lang durchsucht, nachdem sie zuvor die Haustür aufgebrochen hatte. Das REACT-Team legte einen Durchsuchungsbefehl vor und nahm neben vier Computern, zwei Servern und mehren Mobiltelefonen auch Festplatten, USB-Sticks und persönliche Unterlagen mit.

Als Begründung wurde angegeben, die beschlagnahmten Geräte seien möglicherweise zur Durchführung einer oder mehrerer Straftaten verwendet worden. Ein Haftbefehl gegen Jason Chen lag nicht vor. Ihm wurde mitgeteilt, er habe das Recht, für die eingetretene Haustür Entschädigung zu beantragen.

Vermutlich hofft die Polizei, durch diese Maßnahme Erkenntnisse über die wahre Identität der Person zu gewinnen, die Gizmodo angeblich den iPhone-Prototyp für 5.000 Dollar verkauft hat. Dessen Name hält das Online-Magazin nach wie vor geheim.

Garby Darbyshire, COO der Gizmodo-Mutterfirma Gawker Media, protestierte entschieden gegen dieses Vorgehen und beruft sich auf Pressefreiheit und Informantenschutz. Nach kalifornischem Recht seien solche Aktionen gegen Journalisten illegal.

Ob sich diese Verteidigungslinie halten lässt, ist jedoch fraglich. Denn während Gizmodo behauptet, der Informant habe das Gerät gefunden und wollte es eigentlich zurück geben, besteht nach wie vor Verdacht auf Diebstahl und Hehlerei. Denn immerhin soll dafür Geld geflossen sein.

UPDATE 28.04.2020: Wie das San Jose Business Journal erfuhr, wurden die polizeilichen Ermittlungen auf Geheiss von Apple veranlasst, da die Firma von einem Diebstahl ausgehe. Dem Artikel zufolge ist der Polizei inzwischen auch die Identität desjenigen bekannt, der das iPhone in der Bar gefunden haben will. Ob es sich um dieselbe Person handelt, die von Gizmodo 5.000 Dollar erhalten hat, ist nicht bekannt. Die Ermittlungen halten weiter an.

Quelle: Gizmodo, TechCrunch, Yahoo; Bild: Jesus Diaz / Gizmodo; Text: Thomas Landgraeber

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