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iPhone 6: Manche Nutzer beklagen häufige Abstürze und "Rainbow-Reboots"


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Flashspeicher unter Verdacht

Einige Besitzer des neuen iPhone 6 und iPhone 6 Plus leiden unter andauernden Systemabstürzen oder endlosen Neustarts ihrer Geräte. Betroffen sind anscheinend nur die grösseren Versionen mit 64 GB und 128 GB Flashspeicher.

Einem Bericht des koreanischen Wirtschaftsportals BusinessKorea zufolge sollen die in diesen Modellen verbauten NAND-Chips mit Triple Layer Cells (TLC) Ursache des Problems sein. Apple werde die Produktion kurzfristig auf teurere Flashmodule mit Multi Layer Cells (MLC) umstellen, heisst es. Apple-Mitarbeiter widersprechen jeoch dieser Darstellung.

Noch ist nicht klar, bei wie vielen Käufern die Fehler überhaupt auftreten. Im Netz finden sich nur relativ wenige Berichte verzweifelter User. Ihre iPhone 6 stürzen ungewöhnlich oft ab, oder fallen durch häufige "Rainbow Reboots" auf. Beim Einschalten oder Neustart der Geräte leuchtet das Display nacheinander in verschiedenen Farben auf, bevor es wieder normal hochfährt. Teilweise sind auch mehere Startversuche nötig.

Andere berichten von andauernden App-Crashs und gelegentlichen "Spring Boots" - einem Zusammenbruch des Springboards mit automatischem Neustart der Bedienoberfläche. Auffallend oft scheinen davon Anwender betroffen zu sein, die sehr grosse App-Sammlungen installiert haben.

Nach Informationen von BusinessKorea könnte ein fehlerhaft produzierter TLC-Controller der Firma Anobit für die Mängel verantwortlich sein. Dieser soll in allen bisher ausgelieferten 64- und 128-GB-Modellen des iPhone 6 verbaut sein, während das 16-GB-Basismodell angeblich mit herkömmlichen MLC-Flashspeicher ausgestattet ist.

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist, dass in MLC-Chips zwei Bit pro Zelle gespeichert werden, während es bei TLC drei Bit pro Zelle sind. Letztere verlangen dem zugehörigen Controller mehr Leistung ab, was sich in der Praxis durch geringfügig schlechtere Lese- und Schreib-Geschwindigkeiten bemerkbar macht. Deshalb sind TLC-Speicher im allgemeinen billiger, als MLC-Module.

Ob das die Ursache ist und Apple die Produktion tatsächlich umstellt, ist allerdings fraglich. Der iPhone-Hersteller hat Anobit vor drei Jahren übernommen und sollte die Fertigung eigentlich im Griff haben. Falls sich der Bericht bewahrheiten sollte, hätte Apple allerdings ein Problem, das möglicherweise nicht durch Software-Updates allein zu beheben ist.

In der Branche war deshalb schon von einer eventuellen Rückrufaktion die Rede. Gegenüber 9to5Mac widersprachen Apple-Mitarbeiter solchen Berichten heute. Diese seien falsch und beruhten lediglich auf Vermutungen. Man habe Kenntnis von vereinzelt auftretenden Störungen und arbeite bereits an einer Lösung.

Ob es sich um ein reines Software-Problem handelt, das mit dem kommenden iOS 8.1.1 Update beseitigen werden könnte, bleibt offen. Derzeit gibt es noch keine offizielle Stellungnahme von Apple zu diesem Thema.

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Bild: Apple Inc; Quellen: BusinessKorea, 9to5Mac; Text: Thomas Landgraeber

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