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Erster Blick durch Google Glass [Update]


Opferbereite Versuchskaninchen gesucht [Videos]

Google stellt in diesem Video (oben) sein sensationelles Project Glass vor und sucht dafür zahlungskräftige Betatester. Joshua Topolsky von The Verge durfte die Datenbrille schon in freier Wildbahn ausprobieren. Ob das Produkt die richtige Antwort auf die Frage ist, wie wir in naher Zukunft Informationen aufnehmen und weitergeben, wird sich erst noch zeigen.

Zwar könne die Brille durchaus hilfreiche Informationen zur aktuellen Umgebung liefern, so der Bericht. Allerdings benötigt das Device dafür einen schnellen Zugang zu den Google-Servern. Dazu ist ein WiFi-Modul eingebaut. Unterwegs kann es via Bluetooth und Tethering auf die Internetverbindung anderer Geräte - wie etwa dem iPhone - zugreifen. Ein GPS-Modul ist ebenfalls an Bord.

Das Tragen der Brille sei an sich kein Problem, schreibt Topolsky. Schon nach kurzer Zeit habe man sich an das Gewicht und die neuartigen Einblendungen am Rande des Gesichtsfeldes gewöhnt. Ein Hindernis sieht er vielmehr in der Akzeptanz der Mitmenschen.

Da das Produkt eindeutig als Kamera erkennbar ist, komme man sich etwas merkwürdig vor, damit auf der Strasse und in Geschäften herumzulaufen. Man fühle sich von allen angegafft - was möglicherweise auch daran liegen mag, dass man zum Ablesen der Informationen die Augen stets etwas verdrehen muss. Zusammen mit dem andauernden "O.K. Glass..."-Gebrabbel wirkt das auf Aussenstehende recht seltsam.

Dennoch könne man sich der Faszination kaum entziehen, seine Umgebung jederzeit aus der Ich-Perspektive aufzuzeichnen und Informationen allein durch Sprachsteuerung freihändig und ohne haptische Interaktion abzurufen.

Insgesamt kommt der Tester zu dem Schluss, dass es sich bei Google Glass um einen interessanten Entwurf handelt, dessen Alltagstauglichkeit sich im realen Leben jedoch erst noch unter Beweis stellen muss.

Um herauszufinden, wie Nutzer die Brille tatsächlich einsetzen, ruft Google alle Neugierigen zu einem Betatest auf. Wer bereit ist, auf Google+ oder Twitter kostenlos Werbung für das Produkt zu machen und 1.500 Dollar (plus Steuern) für ein Vorserienmodel zu investieren, kann sich bis zum 27. Februar bei Google als Tester bewerben.

Gehört man zu den Auserwählten, muss man allerlei Bedingungen akzeptieren und persönlich auf einer der Briefing-Veranstaltungen in Los Angeles, New York oder San Francisco erscheinen. Dort erhält man dann ein Exemplar der Explorer Edition des Google Glass.

Trotz dieser Einstiegshürden dürften sich wohl genug Freiwillige für einen breit angelegten Betatest finden. Das fertige Produkt will Google nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr zu Preisen deutlich unter 1.000 Dollar auf den Markt bringen.

Eigentlich wundert es nicht, dass ausgerechnet der Internet-Gigant als erste Firma ein Endkundengerät für Augmented Reality auf dem Markt bringen will. Schliesslich eröffnet ein so körpernahes Device der Werbeindustrie ganz neue Möglichkeiten der Kundenansprache.

Wie invasiv sich das in Googles Reklamewelt gestalten könnte, zeigt diese Parodie von Rebellious Pixels: [Video 2]



Quelle: Google, The Verge; Videos: YouTube; Text: Thomas Landgraeber

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