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CES: Alle Thunderbolt-Neuheiten im Überblick

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11 neue Geräte für Power-User
Bereits seit einem Jahr kommen alle neu vorgestellten Mac-Modelle mit der Hochleistungsschnittstelle Thunderbolt. Bisher hielt sich das Angebot an passendem Zubehör sehr in Grenzen. Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas gab es nun gleich einen ganzen Schwung an Neuheiten zu sehen. Hohe Preise und die Tatsache, dass kaum ein Produkt die Möglichkeiten der neuen Technik wirklich ausnutzt, dürften einer schnellen Verbreitung des Formats jedoch vorerst im Wege stehen. Erfahren Sie, weshalb die eine oder andere Neuheit für Medien-Profis und Power-User dennoch interessant sein könnte.

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MOTU HDX-SDI
Mit dem HDX-SDI hat MOTU auf der CES ein professionelles Video-Interface vorgestellt, das per Thunderbolt an Macs und PCs angeschlossen wird. Es verfügt über zahlreiche analoge und digitale Schnittstellen, mit denen SD- und HD-Videomaterial importiert, konvertiert und ausgeben werden kann.
Das Interface unterstützt neben analogen Videoformaten auch 10-bit HD-SDI und HDMI in 4.2:2, viele gängige Codecs wie Apple ProRes, Avid DNxHD und andere Workflows. Es ist kompatibel zu Avid Media Composer, Final Cut Pro und Adobe Premiere Pro und unterstützt alle gängigen Timecode- und Videosync-Formate. Ausserdem kann es mit bis zu 8 Audio-Ein- und Ausgängen umgehen (analog, AES/EBU und embedded). Mitgelieferte 19“ Halterungen erleichtern den Einbau in Studio-Racks (1HE).
MOTU hat bereits seit einiger Zeit HDX-SDI Videokarten im Format PCI-Express und ExpressCard im Angebot. Die Thunderbolt-Version soll noch in diesem Frühjahr erscheinen. Der Preis dafür steht noch nicht fest.
via Electronista

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Blackmagic Design Intensity Shuttle
Eher an Privatanwender und Semiprofis wendet sich Blackmagic Design mit dem Intensity Shuttle. Das Video-Interface verfügt über HDMI, Component-, Composite- und S-Video-Anschlüsse und erlaubt das direkte Aufnehmen von Videomaterial aus Camcordern, Spielkonsolen und anderen Quellen. Es unterstützt Videoschnitt-Programme wie Adobe Premiere und Apple Final Cut Pro. Das Intensity Shuttle ist vergleichsweise günstig: Die externe Videokarte wird lediglich 239 US-Dollar kosten und soll noch im 1. Quartal 2012 auf den Markt kommen.
via Blackmagic Design

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Belkin Thunderbolt Express Dock
Das Express Dock von Belkin ist ein Thunderbolt-Verteiler mit Anschlüssen für drei USB-2.0-, ein Firewire-800- und einen HDMI-Gerät. Ausserdem verfügt es über einen Gigabit-Ethernet-Port und einen Audioausgang in Form einer 3,5mm Klinkenstecker-Buchse. Darüberhinaus lässt sich ein weiteres Thunderbolt-Device einbinden (Daisy Chaining).
Belkin hattte bereits im vergangenen Jahr ein ähnliches Produkt angekündigt, allerdings mit einem anderen Design. Das nun auf der CES vorgestellte, endgültige Modell (Foto oben) wirkt immer noch vergleichsweise gross. Es soll ab September erhältlich sein und 299 US-Dollar kosten. Die Frage ist, ob sich zu diesem Preis viele Käufer finden werden.
via Belkin

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Western Digital My Book Thunderbolt Duo
Klassische 3,5“ Festplatten können die neue Schnittstelle nicht wirklich ausnutzen, da sie deren mögliche Datentransferraten nicht annähernd erreichen. Andererseits werden sie - anders als an USB 2.0 - an Thunderbolt zumindest nicht ausgebremst.
Western Digital erweitert seine externen Festplatten- und RAID-Systeme um das My Book Thunderbolt Duo. Darin arbeiten zwei 3,5“ Festplatten mit wahlweise je 2 TB oder 3 TB Speicherkapazität. Insgesamt stehen also 4 TB bzw. 6 TB zur Verfügung. Die durchschnittlichen Schreibraten sollen bei 450 MB/s liegen, bei den Leseraten wurden angeblich bis zu 760 MB/s gemessen. Ob sich diese Geschwindigkeiten in der Alltagspraxis erreichen lassen, wird sich erst noch zeigen müssen.
Am Anfang wird es zunächst nur Mac-Modelle geben. Windows-kompatible kommen später auf den Markt. Noch ist nicht bekannt, wann und zu welchen Preisen. Es wird damit gerechnet, dass Western Digital die MyBook Thunderbolt Duo auf der Macworld / iWorld offiziell vorstellen und weitere Details bekanntgeben wird.
via The Verge

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Elgato Thunderbolt SSD
Anwender, für die externe 2,5“ Firewire-HDs keine Option und USB-Festplatten zu langsam sind, finden in mobilen Thunderbolt-SSDs vielleicht eine interessante Alternative - das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Ab Ende Februar 2012 bietet Elgato ein solches Modell mit 128 GB für 400 Euro an, die Variante mit 256 GB schlägt mit 650 Euro zu Buche.
Laut Hersteller soll die maximale Datentransferrate bei 270 MB/s liegen - was angesichts der Preise und Leistungsdaten einiger Konkurrenzprodukte ziemlich happig erscheint. Zudem bieten die Elgatos keinen zweiten Thunderbolt-Port für Daisy-Chaining. Sie können also nur solo oder am Ende einer Kette angeschlossen werden.
via Elgato

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OCZ Lightfoot Thunderbolt SSD
Anders als Elgato wendet sich OCZ mit seinen Lightfoot Thunderbolt SSDs vorwiegend an Profis, denen es um maximale Leistung und echte Mobilität geht. In Grössen von 128 GB, 256 GB, 512 GB und 1 TB erhältlich, sollen Datentransferraten von 750 MB/s möglich sein. Solche Geschwindigkeiten waren bisher bei mobilen Speicherlösungen nicht zu haben. Die kleinen Wunder sollen zwischen 250 US-Dollar (128 GB) und 2000 US-Dollar (1 TB) kosten.
via SSD Review

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ioSafe Rugged Portable Thunderbolt
Die Firma ioSafe macht stets viel Wirbel um ihre Produkte. Angeblich sind sie besonders resistent gegen alle möglichen Arten von Katastrophen. So sollen die Produkte auch Feuer und Blitzeinschlägen standhalten, was man auf Messen gern spektakulär demonstriert. Das Unternehmen hat angekündigt, seine bereits mit USB-3.0 und Firewire-Ports verfügbaren externen Festplatten-Gehäuse im 2. Quartal 2012 auch mit Thunderbolt-Anschlüssen anzubieten.
via PC World

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Seagate GoFlex Thunderbolt Adapter
Das Besondere an den externen Seagate Festplatten der Go Flex Serie ist, dass sie bei gleicher Hardware mit unterschiedlichen, austauschbaren Adaptern für USB 2.0, USB 3.0, eSata und Firewire 800 erhältlich sind. Das macht sie flexibel und zukunftssicher - zumindest solange Seagate kompatible Hardware anbietet.
Ab Mitte bzw. Ende 2012 sollen auch zwei Go Flex Adapter für die Thunderbolt-Schnittstelle auf den Markt kommen. Einer für Mobil- und der andere für Desktop-Festplatten. Als Preise stehen 99 US-Dollar (Mobil-Version) und 190 US-Dollar (Desktop-Variante) im Raum.
via New York Times
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LaCie 2Big Thunderbolt RAID
Noch im ersten Quartal 2012 will LaCie externe Festplatten mit Thunderbolt-Schnittstelle auf den Markt bringen. Im Innern kommen zwei klassische 3,5“ Festplatten zum Einsatz, die zu RAID 0 oder RAID 1 zusammengefasst werden können. Die Datentransferrate soll je nach Betriebsart bei bis zu 311 MB/s liegen.
via CNet
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LaCie Thunderbolt eSATA Hub
Für Anwender, die externe Festplatten mit eSATA-Schnittstelle einsetzen, ist das Lacie Thunderbolt eSATA Hub gedacht. Statt neue, teure Thunderbolt-Speicherlösungen zu kaufen, lassen sich die vorhandenen eSATA-Festplatten via Thunderbolt an Macs anschliessen und kaskadieren. Ein zweiter Thunderbolt-Port erlaubt den Anschluss weiterer Geräte. Der Preis ist derzeit noch nicht bekannt, das Produkt soll aber noch im 1. Quartal 2012 verfügbar sein.
via Cnet

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MSI GUS II
Ein etwas eigenartiges Produkt ist das GUS II von MSI: In das externes Gehäuse mit Thunderbolt-Anschluss können PCI-Express-Grafikkarten eingebaut werden. Der Platz im Innern reicht zwar für Karten mit doppelt breitem Kühler, allerdings können keine überlangen Karten verwendet werden und die Stromaufnahme darf 150 Watt nicht überschreiten. Ausserdem sind derzeit noch keine Mac-Treiber von AMD und NVIDIA in Sicht.
via The Verge

Fazit
Keines der vorgestellten Produkte schöpft auch nur annähernd das Leistungsvermögen der neuen 10-GBit-Schnittstelle aus. Einigen fehlt zudem ein zweiter Thunderbolt-Anschluss zum Einbinden weiterer Geräte. Privatanwender dürften die meisten Produkte ohnehin zu teuer sein.
Profis dagegen werden wohl schon jetzt mit dem einen oder anderen Produkt liebäugeln und wenn es sein muss, auch das Geld dafür auf den Tisch legen. Die Aussicht, zumindest das derzeit technisch Machbare auch tatsächlich umzusetzen, ist für viele High-End-Anwender verlockend genug.

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Text: Thomas Landgraeber

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