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Back to the Mac Event: Gerüchte und Wirklichkeit


Das grosse Rätseln
Unter dem Motto “Back to the Mac” veranstaltet Apple heute ein Presse-Event. Der Mac steht also im Mittelpunkt und wie immer gibt es im Vorfeld unzählige Gerüchte und Prophezeihungen, welche Neuheiten uns erwarten. Ich habe mal die interessantesten Ideen und Möglichkeiten zusammengefasst und einem Realitäts-Check unterzogen.

Neue Hardware
In den Augen der meisten Mac-Kenner steht vor allem das MacBook Air zur Disposition, dessen letztes Refresh bereits 18 Monate zurückliegt. Seit langem halten sich Gerüchte um ein neues, ultraleichtes 11,6” MacBook Air, dass neben oder anstelle des bisherigen 13,3” Modells kommen soll. Ich halte das für äusserst fraglich. Die Modellreihe war bisher nur mässig erfolgreich. Ausserdem hat Apple offenbar den dafür optional erhältlichen USB-Brenner bereits aus dem Programm genommen. Ein kleines 11,6” Unibody MacBook Pro hätte meines Erachtens mehr Aussicht auf Erfolg.

Auch an den von manchen erwarteten neuen Mittelklasse-Mac ohne Bildschirm, der die Lücke zwischen Mac mini und Mac Pro schliessen soll, glaube ich nicht so recht. Die iMacs verkaufen sich eigentlich zu gut, als dass man für diese Preisklasse ein weiteres Modell benötigen würde. Für die allermeisten Aufgaben reicht auch ein Mac mini, wenn man denn unbedingt ein externes Display bevorzugt. Für anspruchsvolle Anwendungen und extrem individuelle Ausstattungen gibt es den Mac Pro.

Im Bereich des Möglichen liegen da wohl eher neue, schnellere Versionen der MacBook Pro Familie, wobei die meisten Branchen-Kenner diese erst im nächsten Jahr erwarten. Ähnliches gilt für die übrigen Mac-Modelle. Apple ist in diesem Bereich jedoch immer für eine Überraschung gut.

Mac OS X 10.7
Der Löwe ist bereits in Sicht, die Frage ist, was er Neues bringt. Dass die Wahl dieses Mal auf den König des Dschungels fällt lässt vermuten, dass Apple nach dem aus Anwendersicht vergleichsweise überschaubaren Upgrade von 10.5 auf 10.6 nun wieder etwas Grösseres plant. Bis heute sind keinerlei Details bekannt, deshalb verzichte ich bewusst auf diesbezügliche Vorhersagen, doch es dürfte recht spannend werden.

Apple hat vermutlich nicht nur “Hunderte neue Funktionen”, sondern auch ein paar wirkliche Überraschungen auf Lager. Mit der neuen Version von Mac OS X werden wohl die letzten alten Zöpfe abgeschnitten und das System schon auf die nächste Plattform vorbereitet, für die bereits mögliche Namen wie “Eleven” oder “xOS” gehandelt werden. Die auffälligsten Änderungen dürften in einer überarbeiteten Benutzeroberfläche und einem einfacheren Datenaustausch zwischen Macs und iOS-Geräten liegen.

Neue Software
Wie bei allen anderen Punkten kann man zu iLife 11 und iWork 11 nur Mutmassungen anstellen. Beim iLife-Paket wird Apple iDVD wohl endgültig begraben und dessen Funktionalitäten in iMovie und iPhoto integrieren. Wesentliche Neuerungen erwartet ich für iWeb. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Webeditor kräftig aufgebohrt wird und neben zahlreichen neuen Features auch bessere Vorlagen aufweist. Möglicherweise werden auch bestimmte soziale Netzwerke und Blogger-Plattformen unterstützt.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Apple nach dem Erfolg von iMovie for iPhone weitere iLife-Programme für das iOS herausbringt. Ein iPhoto for iPhone könnte mehr Werkzeuge, Filter und Effekte zur Fotobearbeitung bieten, als die serienmässige Foto-App und in direkte Konkurrenz zu den zahlreichen anderen Anwendungen dieser Art im App Store treten.

Schön wäre auch ein kleines Garageband for iPhone, mit dem man nicht nur eigene Klingeltönen herstellen, sondern auch musikalische Ideen festhalten kann. Und ein iWeb for iPhone wäre nützlich, wenn sich damit neben Fotos auch kurze Blogeinträge und Videos auf iWeb-Seiten platzieren lassen. Bisher können mit den iPhone-Bordmitteln lediglich Fotos und Videos in MobileMe-Galerien veröffentlicht (oder als eMail versendet) werden.

Ob es neben den iLife-Apps auch iPhone-Versionen der iWork-Programme geben wird, ist allerdings fraglich. Die geringe Bildschirmgrösse lässt das Editieren von Tabellen und Präsentationen etwas mühsam erscheinen, aber vielleicht haben sich die Entwickler etwas einfallen lassen. Wem das alles zuviel iOS für ein Mac-Event ist, sollte daran denken, dass Apple die angedachten iOS-Apps kaum früher hätte vorstellen können, ohne wesentliche Features der neuen Mac-Versionen von iLife und iWork zu verraten.

MobileMe
Apples kostenpflichtiger Webdienst könnte ein paar zusätzliche Upgrades vertragen. Ich rechne mit einer Integration von iWork.com und einem deutlich verbesserten “Over-the-cloud”-Sync der iWork-Programme mit ihren iPad-Geschwistern. Ausserdem könnte es künftig verschieden teure Mitgliedschaften bei MobileMe geben.

Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass Apple erst in Mac OS X 10.7 FaceTime in iChat integrieren wird. Ich denke, das wird schon früher geschehen - und zwar in MobileMe. Und das schon bald.

Fazit
Der heutige Abend verspricht für Mac-Anwender sehr interessant zu werden, auch wenn nur ein Teil der genannten Neuheiten tatsächlich vorgestellt wird. Dem Vernehmen nach wird es auch diemal wieder eine Live-Übertragung im Web geben. Ich bleibe dran und bringe wie immer die wichtigsten Fakten übersichtlich zusammengestellt.

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Text: Thomas Landgraeber; Illustration: Apple Inc.

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