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Ultra HD Blu-ray: Alle Fakten im Überblick

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Totgesagte leben länger

Die Blu-ray Disc Association hat den Standard für den Nachfolger der Blu-ray Disc verabschiedet. Die neue „Ultra HD Blu-ray“ ermöglicht das Abspielen von Videos in 4K-Auflösung, erweitertem Farbraum und hohem Kontrastumfang (High Dynamic Range, HDR). Ausserdem werden höhere Bildfrequenzen und objektbasierte Tonformate wie Dolby Atmos unterstützt.

Die neue Ultra HD Blu-ray Disc kann auf zwei Schichten bis zu 66 GB und auf drei Schichten bis zu 100 GB Daten speichern. High Dynamic Range lässt sich allerdings nur mit ganz neuen Fernsehern nutzen, welche die ebenfalls gerade erst verabschiedete HDMI-Version 2.0a unterstützen. Mit diesem neuen Standard werden die Bildpunkte mit 10 Bit angesteuert.

Neu ist auch die sogenannte „Digital Bridge“, die es erlaubt, Inhalte nicht nur am UHD-TV wiederzugeben, sondern über den Player wahlweise auch drahtlos an mobile Endgeräte zu streamen. 3D wurde nicht spezifiziert – dreidimensionale Filme wird es also vorerst nicht in Ultra-HD-Auflösung geben.

Die Lizenzierung beginnt noch diesen Sommer. Erste UHD-BR-Player könnten schon Ende des Jahres auf den Markt kommen. Alle werden auch herkömmliche Blu-rays abspielen können, manche zusätzlich auch DVDs und CDs. Zeitgleich dürften die ersten Filmtitel im neuen Format erscheinen.

Wie in Branchenkreisen zu erfahren ist, werden kompatible Abspielgeräte zu Beginn etwas teurer als herkömmliche BR-Player sein. Zwar wird nicht mit so hohen Preisen wie bei der Einführung der ersten Blu-ray-Discs gerechnet - als es kaum ein Gerät unter 1.000 Euro gab - Filmfans werden anfangs aber mindestens 300-400 Euro investieren müssen, um dabei zu sein.

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Immerhin sollen die UHD-Medien selbst kaum teurer als herkömmliche Blu-rays sein. Viele grosse Studios poduzieren ohnehin schon in 4K, sodass die Umsetzung auf die neuen Ultra-HD-Medien keinen großen Aufwand darstellt. Wie hoch der Preisaufschlag letztlich sein wird, können die Anbieter aber selbst festlegen.

Panasonic hat angekündigt, auf der diesjährigen IFA im September sowohl Geräte als auch Inhalte für die Ultra HD Blu-ray vorzustellen. Vermutlich werden diese noch zum Weihnachtsgeschäft 2015 in den Handel kommen. Dazu sollen auch mehrere neue TV-Geräte gehören, die HDR unterstützen.

Im Gegensatz zur DVD konnten sich höher auflösende Silberscheiben trotz jahrelanger, intensiver und kostspieliger Bemühungen der Anbieter bis heute nicht auf breiter Front durchsetzen. Die HD-DVD wurde schon vor Jahren zu Grabe getragen und auch die Blu-ray Disc blieb bis heute ein Edelformat für Enthusiasten.

Angesichts des ständig wachsenden Angebots an Streaming- und Video-on-Demand-Portalen erscheinen die Erfolgsaussichten der Ultra HD Blu-ray ungewiss – zumal auch die Kabelnetz-Betreiber und Internet-Dienste die Bild- und Tonqualität ihrer Angebote schrittweise verbessern.

Ruckelfreie 4K-Wiedergabe mit hohen Datenraten und grossem Dynamikumfang können sie derzeit allerdings nicht bieten. Dazu reicht die Bandbreite heutiger Internetanschlüsse kaum aus. Diese Lücke könnte die neue Wunderscheibe erfolgreich besetzen – sofern es gelingt, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.


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Titelbild und Logo:
Blu-ray Disc Association
Text:
Thomas Landgraeber

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